Wünsche an die Wohnberatung…

Am Ende der Tagung wurde von den Mitgliedern der Vorbereitungsgruppe der Wunschzettel der Wohnberatung NRW verlesen:

Foto: Verena Jenter
Foto: Verena Jenter

Ich wünsche mir,

  • dass angeschraubte Haltegriffe wieder problemlos als Hilfsmittel von Kranken- und Pflegekassen anerkannt werden.
  • dass Handwerk und Wohnberatung sich fachlich austauschen, damit weniger Barrieren entstehen und bedarfs- bzw. bedürfnisgerecht umgebaut wird.
  • dass es nicht ständig Ausnahmeregelungen gibt, wie z.B. das Einräumen von Stufen vor der Wohnungstür im geförderten Neubau, die den Menschen das Leben erschweren und uns allen nur zusätzlich die Arbeit erschweren
  • dass alle Haustüren automatische Türöffner haben.
  • dass 2 cm Schwellen nicht mehr als barrierefrei durchgehen können – weder in der DIN 18040 noch in den Landesbauordnungen.
Foto: Sabine Blomenkamp
Foto: Sabine Blomenkamp

Ich wünsche mir,

  • dass Barrierefreiheit in allen Ausbildungen Pflichtfach wird, damit die Umsetzung beim barrierefreien Bauen oder der Abbau von Barrieren im Umbau besser klappen als es derzeit oft der Fall ist.
  • dass Barrierefreiheit in allen baulichen Planungen selbstverständlich wird
  • dass barrierefreie Wohnungen auch für Rollstuhlfahrer*innen geeignet sind.
  • und dass auch barrierefreie Wohnungen gebaut werden, die endlich auch groß genug sind für Familien.

Ich wünsche mir,

  • dass alle Träger*innen von Wohnberatungsstellen wissen, dass regelmäßige Fortbildungen notwendig sind.
  • dass alle Träger*innen von Wohnberatungsstellen dafür sorgen, dass Wohnberater*innen – nicht nur zu Beginn ihrer Tätigkeit – regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, weil sich häufig Dinge entwickeln und verändern.
  • dass neue Wohnberater*innen eine erfahrene Partnerberatungsstelle in gleicher Trägerschaft haben, in der sie hospitieren und die bei ihnen hospitiert. Dies ist eine notwendige Ergänzung zu regelmäßigen Fortbildungen, um  eine optimale Arbeitsaufnahme zu gewährleisten.
  • dass es in allen Kommunen bzw. Kreisen selbstverständlich wird, die Wohnberater*innen an den Entwicklungs- und Planungsprozessen, die das Wohnraumangebot und das Quartier als Wohnumfeld betreffen, zu beteiligen.
  • dass Wohnberatung eine eigenständige Aufgabe ist, die von eigenständigen, entsprechend qualifizierten Wohnberater*innen und nicht von Kombinationsberater*innen angeboten wird
  • das auch „Zweifler*innen“ erkennen, dass Wohnberatung nicht „mal eben mitberaten“ werden kann, sondern eine wichtige und eigenständige Arbeit ist

Ich wünsche mir,

  • dass Wohnberatung – professionell, unabhängig und für die Bürger*innen kostenfrei – kommunale Pflichtaufgabe wird
  • damit Ratsuchende, egal wo sie wohnen, immer das Angebot nutzen und mit ihrer Unterstützung rechnen können
    • damit es ausreichend Mitarbeiter*innen in den Wohnberatungsstellen gibt
    • damit Wohnberatung bei hohen Arbeitsaufkommen in den Beratungsstellen nicht nachrangig ausgeführt werden muss, weil Pflegeberatung Vorrang hat
    • und Wohnberaterinnen und Wohnberater ihre gute Arbeit entsprechend auch langfristig planen können
  • dass die Koordination Wohnberatung NRW langfristig gefördert wird und bestehen bleibt

Und ich wünsche mir,

  • dass Wohnberater*innen nicht mehr jedes Jahr um ihren Job bangen müssen, wie ich es seit 30 Jahren erlebe
  • dass es Wohnberatung noch gibt, wenn ich sie mal brauche – vielleicht so in 30 Jahren – oder 50?!
  • dass die Qualität ihrer Arbeit dann mindestens so gut ist wie derzeit